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Unterricht

Lernzielkontrolle: 10 schnelle Ideen für den Unterricht

9. Oktober 20267 Min. LesezeitSarah Mitchell

Am Ende einer Stunde nicken alle, und trotzdem zeigt die nächste Klassenarbeit, dass vieles nicht angekommen ist. Kurze, regelmäßige Lernzielkontrollen helfen dir, das früher zu merken. Gemeint sind hier keine benoteten Tests, sondern schnelle, formative Checks: Du willst wissen, wo die Klasse steht, um die nächste Stunde danach zu planen.

Hier findest du zehn Ideen, die in fünf bis zehn Minuten passen und ohne viel Vorbereitung funktionieren.

Warum kurze Lernzielkontrollen?

  • Du siehst Lücken sofort, nicht erst in der Klassenarbeit.
  • Schülerinnen und Schüler rufen Wissen aktiv ab. Das festigt den Stoff, mehr dazu in unserem Artikel zu verteiltem Wiederholen und Abrufübung.
  • Die Klasse lernt, sich selbst einzuschätzen. Wer merkt, was er nicht kann, kann gezielt nacharbeiten.
  • 1. Exit-Ticket

    Der Klassiker: Am Ende der Stunde beantwortet jede und jeder auf einem Zettel ein bis drei Fragen zum Stoff. Du sammelst die Zettel an der Tür ein und sortierst sie in drei Stapel: verstanden, teilweise, nicht verstanden. Der Stapel bestimmt den Einstieg der nächsten Stunde. Vorlagen kannst du mit dem Exit-Ticket-Generator erstellen.

    2. Mini-Quiz mit fünf Fragen

    Fünf Fragen, digital oder auf Papier, direkt nach einer Erarbeitungsphase. Mit dem Quiz-Maker erstellst du aus deinem Thema oder einem eingefügten Text ein Quiz mit Multiple-Choice-, Wahr/Falsch-, Kurzantwort- und Lückentextfragen, jeweils mit Erklärung. Die Klasse öffnet es per Link oder QR-Code, ganz ohne Schülerkonten.

    3. Ampelkarten

    Jede Person hat eine rote, gelbe und grüne Karte. Nach einer Erklärung hebt die Klasse die passende Farbe: Grün heißt "Ich kann es erklären", Gelb "Ich bin unsicher", Rot "Ich habe es nicht verstanden". Das dauert eine Minute und zeigt dir, ob du weitermachen kannst.

    4. Selbsteinschätzungsbogen

    Formuliere die Lernziele der Einheit als "Ich kann ..."-Sätze, zum Beispiel "Ich kann den Satz des Pythagoras an einem Dreieck anwenden". Die Klasse kreuzt pro Satz an, wie sicher sie sich fühlt. Wenn du den Bogen mit einem kurzen Quiz kombinierst, sehen alle, ob Selbstbild und Ergebnis zusammenpassen.

    5. Drei-Zwei-Eins

    Drei Dinge, die ich gelernt habe. Zwei Dinge, die ich interessant fand. Eine Frage, die ich noch habe. Gerade die offenen Fragen sind Gold wert für deine Planung.

    6. Wahr oder falsch im Raum

    Du liest eine Aussage vor, alle stellen sich auf die Wahr- oder Falsch-Seite des Raums. Danach begründet je eine Person pro Seite. Gut für Bewegung zwischendurch und für typische Fehlvorstellungen.

    7. Fehler finden

    Zeig eine Lösung mit einem eingebauten Fehler, zum Beispiel eine Rechnung oder einen Satz mit Grammatikfehler. Wer den Fehler findet und erklären kann, hat das Prinzip verstanden.

    8. Ein-Satz-Zusammenfassung

    Die Stunde in einem Satz zusammenfassen, maximal 20 Wörter. Das zwingt zur Konzentration auf den Kern und zeigt dir schnell, wer den roten Faden hat.

    9. Concept-Map in fünf Minuten

    Gib drei bis fünf Begriffe vor. Die Klasse verbindet sie mit Pfeilen und beschriftet die Verbindungen. Fehlende oder falsche Verbindungen zeigen dir, wo das Verständnis noch wackelt.

    10. Wiederholungsquiz zum Stundenbeginn

    Statt am Ende kannst du auch am Anfang prüfen: Drei Fragen zur letzten Stunde und eine zur Stunde vor zwei Wochen. So baust du verteiltes Wiederholen ganz nebenbei ein.

    Papier oder digital?

    Beides hat Vorteile:

    PapierDigital
    Vorbereitungausdrucken nötigLink oder QR-Code teilen
    Gerätekeine nötigTablet oder Handy nötig
    Auswertungper Handautomatisch
    Offene Antwortensehr gutgut mit Kurzantwort

    Wenn deine Klasse keine Geräte hat, kannst du Fragen auch als druckbaren Test ausgeben. Export als PDF oder Word ist auf Bezahlplänen möglich (Bezahlpläne ab 1,99 $ im Monat). Mit der Quiz-Auswertung siehst du bei digitalen Quizzen, welche Fragen der Klasse am schwersten fielen.

    Tipps für die Praxis

  • Nicht benoten. Formative Checks funktionieren nur, wenn sich niemand vor Fehlern fürchtet.
  • Kurz halten. Lieber fünf Fragen jede Woche als 30 Fragen einmal im Monat.
  • Ergebnis nutzen. Eine Lernzielkontrolle ohne Konsequenz für die nächste Stunde ist verschenkte Zeit.
  • Abwechseln. Wechsel die Formate, damit es nicht zur Routine wird.
  • So wertest du Lernzielkontrollen aus

    Die beste Lernzielkontrolle bringt nichts, wenn die Auswertung zu lange dauert. Drei einfache Wege:

  • Drei-Stapel-Methode: Sortiere Zettel in "verstanden", "teilweise" und "nicht verstanden". Das dauert wenige Minuten und reicht für die meisten Entscheidungen.
  • Fragen statt Personen ansehen: Wenn die Hälfte der Klasse dieselbe Frage falsch beantwortet, liegt das Problem oft in der Erklärung, nicht bei den Lernenden. Dann lohnt es sich, das Thema anders zu erklären.
  • Kleine Gruppen bilden: Wer schon sicher ist, bekommt eine Vertiefungsaufgabe. Wer noch unsicher ist, arbeitet mit dir an einem Beispiel.
  • Halte außerdem fest, was du siehst, etwa in einer einfachen Tabelle pro Einheit. Über mehrere Wochen erkennst du so, welche Themen jedes Jahr Probleme machen, und kannst die Einheit beim nächsten Mal von Anfang an anders planen. Wenn du Lernziele nach Anspruchsniveau ordnen willst, hilft dir der Bloom-Taxonomie-Klassifizierer.

    Weiterlesen

  • Kostenloser Quiz-Maker für Lehrkräfte
  • SimpleQuizMaker für Lehrkräfte
  • Allgemeinwissen-Quizfragen für den Unterricht
  • Ein Beispiel aus dem Matheunterricht

    Stell dir eine siebte Klasse vor, die gerade Prozentrechnung einführt. Nach der Erarbeitung gibt es ein Mini-Quiz mit fünf Fragen: zwei Grundaufgaben, zwei Textaufgaben und eine Frage zu einem typischen Fehler, etwa dem Verwechseln von Grundwert und Prozentwert. Die Auswertung zeigt, dass fast alle die Grundaufgaben lösen, aber viele bei den Textaufgaben scheitern. Die nächste Stunde beginnt deshalb nicht mit neuem Stoff, sondern mit zwei Textaufgaben in Partnerarbeit. Genau so wird aus einer kurzen Lernzielkontrolle eine bessere Planung.

    Häufige Fragen

    Was ist der Unterschied zwischen Lernzielkontrolle und Test?

    Ein Test wird meist benotet und schließt eine Einheit ab. Eine kurze Lernzielkontrolle ist formativ: Sie zeigt dir und der Klasse während der Einheit, was schon sitzt und was noch fehlt.

    Wie oft sollte ich eine Lernzielkontrolle machen?

    So oft, wie es dir Informationen bringt, die du nutzt. Viele Lehrkräfte machen am Ende jeder oder jeder zweiten Stunde einen Kurzcheck von wenigen Minuten.

    Brauchen Schülerinnen und Schüler ein Konto für digitale Quizze?

    Bei SimpleQuizMaker nicht. Sie öffnen das Quiz über einen Link oder QR-Code und beantworten es direkt.

    Kann ich Ergebnisse in Google Classroom übertragen?

    Ja, die Notensynchronisation mit Google Classroom gibt es auf Bezahlplänen. Für reine formative Checks brauchst du sie aber nicht.

    Erstelle dein eigenes Quiz kostenlos

    Thema eingeben oder Text einfügen – die Fragen sind in Sekunden fertig. Keine Kreditkarte nötig.